Zwischenwischen 

Nur etwa 42 % der Schwarzpulverladung verbrennt zu heißen Gasen. Der Rest sind feste Rückstände kristalliner Struktur (Kaliumsalze K2CO3 + K2SO3). Der im Lauf zurückgebliebene Anteil wächst von Schuss zu Schuss und bildet eine Verkrustung. Das Laden der Geschosse wird merklich schwerer. Je nach Waffe nimmt die Präzision mehr oder minder ab. Nach einigen Schüssen stabilisiert sich die Verschmutzung des Laufes, da ein Mehr an Schmutz jeweils aus dem Lauf geschossen wird. In den Disziplinen Dienstgewehr und Steinschlossmuskete des DSB ist das Wischen zwischen den Schüssen nicht erlaubt. Alle anderen Disziplinen erlauben das Zwischenwischen. Da die harten, kristallinen Rückstände wie Schleifmittel wirken, ist das Wischen zwischen den Schüssen angeraten, um langfristigen Laufverschleiß vorzubeugen. 

  • Das Material des Patches sollte ausreichend dick und saugfähig sein.
  • Das Patch sollte nur feucht, nicht nass sein! Den richtigen Feuchtigkeitsgrad erkennt man nach der Reinigung an der Färbung. Die Rückstände im Patch sollten schwarz sein. Graue Färbung zeigt zu viel Feuchtigkeit an.
  • Nach dem feuchten Wischen sollte trocken mit pumpenden Bewegungen nachgewischt werden, um Restfeuchtigkeit aus dem Zündkanal zu blasen.
  • Als Flüssigkeit bewährt sich eine Emulsion aus Öl, Wasser und Spüli. Alternativ kann das Patch auch im Mund mit Speichel befeuchtet werden (Geschmackssache).

Falsches Wischen gefährdet schnelle, zuverlässige Zündung und Präzision!


 

Ladefehler und deren Vermeidung 

Insbesondere dem Anfänger ist ein Ladebrett zu empfehlen in dem Pulverröhrchen, Kugeln und Schusspflaster in Anzahl einer Wettkampfserie vorgehalten werden. Bei Auswahl bzw. bei Selbstbau sollte darauf geachtet werden, dass die Pulverröhrchen vor Pflaster und Kugel angeordnet sind. So wird sicher vermieden, ein Geschoss vor dem Pulver zu laden.

Ladebrett für Vorderlader

  

Bei Verwendung eines Pulverfüllrohres sollte dieses soweit gekürzt werden, dass es nach dem Laden nicht in der Pulverladung steht, da sonst die Gefahr besteht, dass ein Teil der Ladung mit dem Füllrohr aus dem Lauf gezogen wird.

Vorsicht ist geboten beim Wischen auf dem zu setzenden Geschoss. Zieht man den Ladestock zu schnell aus dem Lauf, saugt entstehendes Vakuum das Geschoss nach oben. Der entstehende Hohlraum kann Fehlzündungen oder zu hohen Gasdruck verursachen!

Ebenso wichtig wie präzise abgemessene Pulverladungen und sauber gegossene Geschosse ist die konstant gleiche Ladedichte der Pulverladung. Die Ladedichte stellt einen wesentlichen Einflussfaktor für die Abbrandgeschwindigkeit dar. Die häufig angewandte Methode den Ladestock bzw. die Ladepresse des Revolvers mit einem Anschlag zu versehen ist dafür eher kontraproduktiv. Erfolgreicher ist die Methode das Geschoss mit immer gleichem Druck auf die Ladung setzen. Eine Markierung des Ladegeräts ist dabei lediglich zur Kontrolle geeignet.